Archiv für den Monat: Dezember 2016

Vital durch den Winter

Woman with handkerchief

Schnupfen, Husten, Halsschmerzen … das sind im Herbst und Winter häufige Begleiter. Sie sind lästig, aber meist nicht besorgniserregend. In den meisten Fällen wird der Körper ohne Medikamente damit fertig.

Wichtig ist, sich Ruhe zu gönnen und ein paar Tage kürzer zu treten.

Wenn sich ein grippaler Infekt anbahnt, trinke einen Tee aus Ingwer oder Frühlingszwiebeln, mit etwas Rohrzucker gesüßt, und lege Dich ins Bett. Die Schärfe öffnet deine Poren, du beginnst zu schwitzen und die Krankheitskeime können entweichen. Aber es können dadurch auch externe pathogene Faktoren wie Kälte, Nässe und Wind eindringen. Achte deshalb darauf, dass du im Bett „ausschwitzt“. Im Folgenden findest Du weitere Tipps und wichtige Hausmittel, die die unangenehmen Beschwerden lindern.

 

Hausmittel gegen Husten

  • 1 TL getrockneter Thymian, 1 TL getrocknete Salbeiblätter, 100 g gehackte Zwiebel sowie 100 g Kandiszucker vermischen und in einem Topf mit 200  ml Wasser langsam aufkochen, bis sich der Zucker gelöst hat. Die Mischung dann warm in ein Schraubglas umfüllen und abkühlen lassen. Davon dreimal täglich 1 TL trinken. Sie können den Saft bis zu einer Woche im Kühlschrank aufbewahren.
  • Zwei ganz alltägliche Zutaten – Zwiebel und Schmalz – ergeben ein wirksames Mittel gegen Viren und Bakterien. Schmalz langsam in einer Pfanne erwärmen, mit klein geschnittenen Zwiebeln vermischen und kurz rösten, bis die Zwiebeln glasig sind. Die Mischung etwas abkühlen lassen, auf ein Küchentuch oder eine Stoffwindel streichen und den Zwiebelwickel auf die Brust legen. Der Wickel wirkt schleimlösend und erleichtert das Abhusten. Bitte achten Sie auf die Qualität der Zutaten (idealerweise Bio), das garantiert einen angenehmen Geruch und eine hohe Wirksamkeit. Zwiebelvielfalt
  • Ziegen-Butterschmalz ist eine traditionelle Auflage bei Bronchitis und Verkühlung. Dazu einfach Schmalz auf die Brust dünn auftragen und mit einem Bauchwolltuch abdecken.
  • Hustensaft aus Zwiebeln: Dazu eine Zwiebel schälen, fein hacken und in ein Schraubglas füllen. Mit 2 bis 3 EL braunem Zucker bedecken und das Glas verschließen. Innerhalb von 2 bis 3 Stunden bildet sich ein Zwiebelsirup, der bei Husten kampf- und schleimlösend wirkt.
  • Schwarzer Rettich und Kandiszucker sind ein weithin verbreitetes Hustenmittel. Vom Rettich die Kappe abschneiden, mit einem spitzen Messer aushöhlen und ein kleines Loch in den Boden stechen. Den Rettich dann mit Kandiszucker (oder Honig) und klein geschnittenem Rettich füllen und in ein Glas stellen, sodass der Sirup unten abfließen kann. Der entstehende Hustensaft enthält ein natürlich wirkendes Antibiotikum, das der Darmflora nicht schadet. Von  diesem schmackhaften Sirup täglich zwei- bis dreimal je 1 TL davon einnehmen.
  • Ein Bad mit ätherischen Ölen hilft den Schleim zu lösen. Besonders geeignet sind Bäder mit Zusätzen aus Menthol, Eukalyptus oder Thymian. Achtung: Bei Fieber kein Bad nehmen, das strengt den Kreislauf zu sehr an.
  • Den Kopf von einem schwarzen Rettich wegschneiden, dann der Länge nach halbieren und die Schnittflächen etwas aushöhlen. Die Schnittflächen dick mit braunem Kandiszucker belegen und warten bis sich der Zucker aufgelöst hat. Von dem ausgetretenen Rettichsaft dreimal täglich einen Esslöffel  einnehmen.

 

Hausmittel gegen Schnupfen

Zu einer freien Nase verhelfen auch Inhalationen mit Salzwasser oder Kamillentee. Dazu Wasser in einem Topf mit 1 EL Meersalz oder 1 Beutel Kamillentee zum Kochen bringen. Topf vom Herd nehmen und den Kopf mit einem Handtuch bedeckt über das dampfende Wasser halten. Dabei etwa 10 Minuten lang tief durch die Nase ein- und ausatmen. kamilleIMG_3084

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  • Ein bewährtes Hausmittel bei Schnupfen ist Majoranbutter. Für die Zubereitung 100 g Biobutter in einem Topf schmelzen und eine Handvoll frischen Majoran – klein gehackt – zugeben. Den Topf dann im Wasserbad für 30 Minuten stehen lassen, währenddessen immer wieder umrühren. Danach die Majoranbutter durch ein Tuch abseihen, in ein Schraubglas umfüllen und im Kühlschrank aufbewahren (Haltbarkeit bis zu einem Jahr). Bei Schnupfen drei- bis fünfmal täglich je ein streicholzkopfgroßes Stück Butter in jedes Nasenloch geben.

Kneippanwendungen

  • Seit Jahrzehnten bekannt sind Kneipp-Anwendungen, wie z. B. ein ansteigendes Fußbad, das bei verstopfter Nase für Besserung sorgt. Dazu am besten einen Eimer in die Badewanne stellen, Sie setzen sich auf den Badewannenrand. Die Temperatur des Fußbads innerhalb von 20 Minuten nach und nach von etwa 34 °C auf etwa 41 °C steigern. Danach die Füße abtrocknen, warme Socken anziehen und eine halbe Stunde ruhen. fussbad-ansteigend
  • Brustwickel – wenn bei einer Erkältungskrankheit die Bronchien mitbeteiligt sind, werden meistens warm angelegt. Man kann auch schleimlösende Kräuterabkochungen zusetzen. Sie wirken schleimlösend, schweißfördernd und mobilisieren das Immunsystem. Der Kurzwickel als so genannter schweißtreibender Wickel gilt als wirkungsvollste Maßnahme, ist allerdings relativ belastend. Er wird kalt angelegt, der Patient wird gut zugedeckt, auch der Kopf abgedeckt und nur das Gesicht bleibt frei. Nach etwa einer Stunde kommt es zum Schweißausbruch, der noch etwa 20 Minuten „ertragen“ werden soll. Danach den Wickel abnehmen, gut abfrottieren und zurück ins warme Bett.
  • Serienwaschung – Eine besonders schonende Kneippanwendung bei fieberhaften Erkältungskrankheiten ist die Serienwaschung. Der Patient bleibt im Bett, der Pyjamaoberteil wird ausgezogen, danach wäscht man den Patienten mit einem kalten Waschlappen in raschen Zügen ab. Nicht abtrocknen, sofort zudecken zum Nachdunsten. In etwa einer Viertel Stunde wiederholt man die Anwendung und nach Bedarf noch ein oder zweimal. Die Serienwaschung führt zum Schweißausbruch und damit zur Fiebersenkung und hilft vor allem die Atemwegsbeschwerden zu mildern. Sie kann auch zusätzlich zu einer Antibiotikatherapie gemacht werden. Bei nicht kompensiertem hohem Blutdruck und bei bestehenden Erkrankungen des Herzens dürfen der schweißtreibende Wickel und die Serienwaschungen nicht gemacht werden. Auf jeden Fall muss der Arzt gefragt werden.

 

Grippevorbeugung

  • Abhärten – Wechselduschen mit abwechselnd 1-2 Minuten warm und 10 Sekunden kalt
  • Täglich raus ins Freie – eine halbe Stunde genügt frau-wechseljahre-fotolia
  • Wohnung regelmäßig stoßlüften und Zimmertemperatur bei max.21 Grad halten
  • Gut essen: Obst, Gemüse, abends warme Suppen, wenig Süßigkeiten, wenig Fett, wenig tierisches Eiweiß, wenig Auszugsmehlprodukte.
  • Sauerkraut roh ist ein H1N1 Virenkiller! – Dafür empfehle ich den Workshop Blubbergarten – Wild fermentieren am 4. Februar 2017 – Sauerkraut selber machen!
  • Milch, Zitrusfrüchte und Alkohol deutlich reduzieren ! Milch- und Milchprodukte tragen zur Schleimbildung bei, Joghurt und Zitrusfrüchte wirken stark kühlend.
  • mehr schlafen – 7-8 Stunden nächtlich
  • Vitamin D-Spiegel vom Arzt überprüfen lassen

 

Wenn sich zu Schnupfen und Halsweh Husten und Bronchitis gesellen, ist ein Arzt beizuziehen, genauso wenn sich die Halsschmerzen verstärken und auf den Mandeln Beläge sichtbar sind (siehe Angina). Jeder Patient, der einen kranken Eindruck macht, sollte zum Arzt gebracht werden. Es könnte sich auch um eine echte Grippe, eine Influenza, handeln, die mit starken Kopf- und Gliederschmerzen, hohem Fieber und schwerem Krankheitsgefühl einhergeht, oder es könnte sich aufgrund geschwächter Abwehrlage zu einer einfachen viralen Infektion eine bakterielle Superinfektion gesellt haben, die unbedingt medizinisch behandelt und kontrolliert werden muss.

 

 

Ich wünsche eine wunderschöne besinnliche Weihnachtszeit.

Herzlichst
Claudia Nichterl

Dr. Claudia Nichterl, Ernährungswissenschafterin, Ernährungsberaterin nach TCM, Buch-Autorin und Inhaberin des essen:z kochstudios in Wien www.essenz.at
Dr. Claudia Nichterl, Ernährungswissenschafterin, Ernährungsberaterin nach TCM, Buch-Autorin und Inhaberin des essen:z kochstudios in Wien www.essenz.at