Archiv für den Monat: Januar 2014

Vorbereitung für den Frühling

Bisher haben wir einen etwas ungewöhnlichen Winter hinter uns, mit wenig bis gar keinen Schnee und erfreulich vielen Sonnentagen. Egal was noch kommen mag – der nächste Frühling kommt bestimmt. In der Traditionellen Chinesischen Medizin ist es schon früher soweit – dort beginnt der Frühling CHUN bereits mit dem 4. oder 5. Februar (lichun) und endet mit dem 6. oder 7. Mai (lixia). Damit Sie in dieser Zeit Ihre Gesundheit optimal unterstützen kommen hier die ersten Frühlings-Tipps.

Zeit des Neubeginns und des Wachstums

Im Frühling steht die Natur ganz im Zeichen der Geburt und des Erwachens, leicht erkennbar am Gezwitscher der Vögel, am Sprießen der Knospen….Frühling ist die Zeit des Aufbruchs, die Zeit des sprießenden jungen Grüns in der Natur, die unter der Schneeschicht ruhenden Pflanzen regen sich zu neuem Leben. Parallel zu den Abläufen in der Natur gehen auch bei uns Menschen die Energien nach oben und drängen nach außen – jetzt ist der Antrieb vorhanden, um alten Ballast abzuwerfen, Veränderungen vorzunehmen und Herausforderungen mit vollem Einsatz zu begegnen.

Nutzen Sie die Gunst der Stunde! Die jährliche Erneuerung im Frühling beschert uns ein abwechslungsreiches Leben und bringt körperliche und emotionale Flexibilität. Im Idealfall sind die Folgen wunderbar: Wir machen es wie die Natur und blühen auf!

Im Frühling ist es wichtig unsere Yang Energie, die nach den Wintermonaten wieder im Wachsen begriffen ist, zu stärken. Wenn diese Entwicklung behindert oder unterdrückt wird, dann wird die Leber beeinträchtigt. Die Leber ist dem Holzelement zugeordnet. Wer das Holz im Frühling nicht pflegt, der beraubt das sommerliche Feuerelement seiner Nahrung, was gesundheitliche Folgen haben kann. Was gilt es nun zu beachten, damit Sie Ihr Holzelement optimal unterstützen können?

Frühjahrsputz für den Körper

Auch wenn die Sonnentage dazu verführen leicht bekleidet ins Freie zu gehen. Achten Sie auf ausreichenden Schutz durch warme Kleidung. Der Körper hat sich vom yin-dominierten Winter noch nicht umgestellt. Außerdem verbringen wir viel Zeit in beheizten Räumen und sind daher besonders anfällig.

Die Feiertage und die gemütlichen Stunden bei Speis und Trank haben den Körper meist mit schwerer, fetter Nahrung mit weniger Vitaminen überfüttert. Deshalb sollten Sie  die Ernährung auf das Frühlingswetter einstellen und viel frisches Blattgemüse, wie z.b. Spinat, Mangold, Stangensellerie oder Chinakohl zu sich nehmen. Das hilft auch Frühjahrsmüdigkeit zu vermeiden. Diese ist eine Reaktion des Körpers auf die jahreszeitlichen Veränderungen der Natur. Mit ausreichend Schlaf und Bewegung an der frischen Luft lässt sich die Phase gut überstehen.

Wie wäre es einmal mit Drachen steigen lassen? In China wird dieser Beschäftigung eine gesundheitsfördernde Wirkung zugeschrieben und wenn Sie oder Ihre Kinder viel vor dem Computer sitzen, dann wäre das wohl eine nette Abwechslung. Man hält sich in der frischen Luft auf, schaut entspannt in den blauen Himmel und konzentriert sich gleichzeitig auf sein Tun. Der Wechsel vom schnellen Laufen und Phasen der Ruhe hilft seine Sorgen zu vergessen. Natürlich soll man sich nicht überanstrengen, aber ein leichtes Schwitzen ist hilfreich, die „Fettpölsterchen“ des Winters rasch wieder abzubauen.

Entspannende Lebermassage

Da das Frühjahr die Zeit der Leber ist, ist es hilfreich ihr hin und wieder mit einer Massage etwas Gutes zu tun. Diese Massage können Sie entweder aufrecht stehend, aber auch im Sitzen oder Liegen durchführen. Schließen Sie die Augen und konzentrieren Sie sich auf den Bereich der Leber. Legen Sie beide Hände übereinander auf die Leber (bei Frauen liegt die linke Hand oben, bei Männern die rechte) und beginnen Sie die Lebergegend sanft im Uhrzeigersinn kreisend zu massieren, 20 – 30mal. Dann ändern Sie die Richtung und massieren nochmals 20-30mal sanft Ihre Leber. Nach der Massage die Hände am besten noch etwas auf der Leber liegenlassen und dabei bewusst atmen, beim Einatmen den Druck der Hände verstärken, bei Ausatmen locker lassen.

Frühlingszeit – Faschingszeit

In China beginnt die Frühlingszeit mit einer Reihe von Festen. Das wichtigste Fest und Familienzusammenkunft ist in China das Neujahrsfest, das sich über mehrere Tage hinzieht und mit viel Alkohol und großem Festessen über die Bühne geht. Auch bei uns fällt in diese Zeit ein Fest, welches gerne mit hohem Alkoholkonsum einhergeht: der Fasching oder Karneval. Damit die Folgen ausgiebiger Ballnächte nicht zu schwer wiegen, hier ein paar chinesische Hausrezepte gegen Kater:

– eine grüne Salatgurke mit 10 g frischem Ingwer entsaften – das beruhigt den Magen und hilft den Alkohol abzubauen

– Rettich oder Chinakohl in feine Streifen schneiden, in etwas Reisessig einlegen und mit einer Prise Zucker abschmecken.

Ihr Einkaufszettel für Februar – jetzt besonders frisch und günstig

  • Brokkoli
  • Fenchel
  • Kohl
  • Weißkraut
  • Rotkraut
  • Porree
  • rote-rueben-4Äpfel
  • Birnen
  • Endiviensalat
  • Zwiebeln
  • Karotten
  • Kartoffel
  • Sellerie
  • Rote
  • Rüben
  • Knoblauch
  • Spinat
  • Mangold
  • Karfiol
  • Chinakohl
  • Petersilienwurzeln
  • Vogerlsalat
  • Pastinaken
  • Kohlsprossen

Rezepte zum Ausprobieren

Haferflocken mit Obst
2 Portionen

(E) 400 ml (Soja- oder Reis-)Milch, 2 EL Nüsse, fein gehackt oder gerieben, 100 g Obst der Saison (Apfel, Birne, Weintrauben…) (M) 8 EL Haferflocken, 1 Prise Kardamompulver (W) Wasser zum Einweichen (H) 100 g säuerliches Obst der Saison (Beeren, Orange, Kiwi…) (F) 1 TL Kakaopulver

Zubereitung:

„Erfrischende Variante“: Haferflocken mit geriebenen Nüssen in einer Schüssel vermengen und mit etwas Wasser über Nacht quellen lassen. Am Morgen das Obst waschen und in mundgerechte Stücke schneiden. (Soja)Milch zu den Haferflocken geben und mit Kakaopulver, Obst und Kardamompulver gut vermischen.

„Wärmende Variante“: Milch in einem Topf erhitzen und die Haferflocken mit Kakaopulver, Nüssen, Kardamompulver und Wasser zu einem Porridge einkochen. Je nach gewünschter Konsistenz noch etwas Milch oder Wasser zugeben. Das Obst waschen und in mundgerechte Stücke schneiden. Die Obststücke mit heißem Porridge vermengen und kurz ziehen lassen. Alternativ kann aus dem Obst auch ein Kompott zubereitet werden.

Info Hafer wirkt erwärmend, stimuliert das Qi (Lebensenergie) und stärkt Milz, Magen, Niere und Herz. Er unterstützt die Ausleitung von feuchter Hitze. Aus westlicher Sicht wirkt Hafer regulierend auf den Blutzucker und senkt den Cholesterinspiegel.

Typgerechte Porridge-Mischungen, zuckerfrei und mit hochwertigen Zutaten wie Bio-Kräutern und Bio-Trockenfrüchten veredelt, gibt es fertig abgemischt beim Meierhof im Waldviertel – einfach im Online – Shop in der Suchfunktion (rechts oben) Porridge eingeben und Sie erhalten einen Überblick über das Angebot.

Gemüsesuppe mit Fisch
2 Portionengemuesesuppe-mit-fisch-1

(E) 1 Fenchelknolle, 3 Karotten, 1-2 Safranfäden (M) 1 Zwiebel, 1 Knoblauchzehe, Pfeffer aus der Mühle
(W) 1 Prise Salz, 2 Fischfilets
(H) 300 g Tomaten, 1 Zitrone
(F) 1/2 Bund Basilikum

Zubereitung:

Den Fenchel waschen, putzen, halbieren, den Strunk herausschneiden und die Knolle in feine Streifen schneiden. Die Karotten putzen und in schmale  Scheiben schneiden. Knoblauch und Zwiebel schälen und fein hacken. In einem Topf Wasser mit den Safranfäden erhitzen. Fenchel, Karotten, gehackte Zwiebel und Knoblauch zugeben und aufkochen. Mit Pfeffer und Salz abschmecken. Die Tomaten waschen und in grobe Stücke schneiden, in die Gemüsesuppe geben und gut durchrühren. Die Fischfilets kurz waschen, trocken tupfen und in die Gemüsesuppe geben. Mit Zitronensaft beträufeln und zugedeckt 7 bis 10 Minuten bei mittlerer Hitze leicht kochen. Basilikum waschen, trocken schütteln und die Blätter fein hacken. Die Gemüsesuppe mit den Fischfilets in tiefen Tellern anrichten und mit Basilikum bestreut servieren.

Tipp:  Dazu schmeckt ein Stück Brot oder gekochtes Getreide (Reis, Hirse, Quinoa).

Rote-Rüben-Gelee mit Kiwimus
2-3 Portionenrotes-rueben-mus-kiwisauce-2

(E) 1 Prise Zimtpulver (M) 1 Prise Kardamompulver
(W) 1 EL Agar Agar, 3 EL Wasser
(H) 4 Kiwis
(F) 400 ml Rote Rüben-Saft

Zubereitung

Agar Agar in einem kleinen Topf mit Wasser verrühren und kurz quellen lassen. Rote-Rüben-Saft dazugießen, gut verrühren und aufkochen. Mit Zimt und Kardamom würzen und den Saft 2 bis 3 Minuten kochen lassen. Kleine Förmchen mit dem Saft füllen und abkühlen lassen.

Kiwis schälen und halbieren. Zwei schöne Scheiben als Garnitur aufheben. Kiwis in kleine Stücke schneiden und mit dem Pürierstab zu einem Mus verarbeiten. Rote-Rüben-Gelee entweder auf ein Teller stürzen und mit dem Kiwimus garniert servieren oder das Kiwimus zum Gelee in die Förmchen gießen. Mit Kiwischeiben garnieren.

Info Agar Agar ist ein pflanzliches Geliermittel und wird aus Algen (meist Rotalgen) hergestellt. Es ist geschmacksneutral und unverdaulich. Aufgrund seiner starken Gelierkraft genügen bereits geringe Mengen. Ein halber Teelöffel entspricht in etwa vier Blatt Gelatine. Damit Agar Agar bindet, muss es für mindestens zwei Minuten gekocht werden.

Die Weisheit des fernen Ostens

Wer jetzt so richtig motiviert ist und vielleicht über die lange Winterzeit durch mangelnde Bewegung und vermehrtes Essen etwas „Winterspeck“ angelegt hat oder die Frühlingsmüdigkeit im Anmarsch ist. Nach TCM helfen hier einige Tage Getreide- oder Reiskur. Damit wird der Körper entlastet und Sie fühlen sich gleich viel wohler.

Hier die wichtigsten Punkte, die dabei zu beachten sind:

  • Dauer der Kur: mindestens 3, maximal 12 Tage
  • Entscheiden Sie sich für eine Reis- oder Getreidesorte (Gerste, Basmati, Hirse, Buchweizen…)
  • Essen Sie 3-4x täglich dieses gekochte Getreide bzw. den Reis (ca. 150 g Trockengewicht) mit gedünstetem Gemüse (soviel Sie möchten) oder Obst (max. ½ kg)
  • Tipp: Getreide können Sie gut für 2-3 Tage vorkochen, Gemüse oder Obst immer frisch zubereiten!!
  • Gemüsesorten: Gemüse der Saison, Wurzelgemüse, chlorophyllhaltiges grünes Gemüse, bittere Gemüsesorten wie Endivien und Chicoree, Radicchio, Fenchel, Brokkoli, frischer Löwenzahn, Brennesselblätter, Rettich- und Radieschensprossen, Kresse, Petersilie, Bärlauch
  • Obst: einheimisches Obst kurz gedünstet, z.B. Apfelkompott, Apfelmus, Birnenkompott, eventuell kurz gedünstete Grapefruit
  • Geben Sie immer ein paar Tropfen kalt gepresstes Öl (Leinöl, Olivenöl, Sesamöl, Kürbiskernöl…) dazu, 1 x täglich auch 1 EL Sonnenblumenkerne, Kürbiskerne oder Sesamsamen
  • Bei Hungergefühl: Bohnen, Linsen oder Tofu in den Speiseplan mit aufnehmen.
  • Zum Süßen: Trockenfrüchte mitkochen, Gerstenmalz, Honig, Ahornsirup
  • Würzen mit frischen Kräutern und Gewürzen, Kresse, Sprossen
  • NICHT HUNGERN oder FASTEN!!!!
  • Als Getränke eignen sich warmes/heißes Wasser, Tee aus frischen Brennesselblättern, Zinnkrauttee, Schafgarbentee, Melissentee, Mariendisteltee, eine Mischung aus Himbeer- und Brombeerblättern; wenn Sie zu Kältegefühlen neigen:  Kümmel-, Anis-, Fencheltee

Für eine umfangreiche Entlastung des Körpers in dieser Zeit, sollten Sie nach Möglichkeit auf folgende Nahrungsmittel verzichten: Zucker, Milchprodukte, Alkohol, Kaffee, tierisches Eiweiß, Rohkost, Brot und Gebäck, Kartoffel. In den ersten Tagen können sich Emotionen zeigen bzw. Kopfschmerzen auftreten, diese werden jedoch rasch verschwinden, wenn Sie sich satt essen und ausreichend trinken! Von großer Bedeutung für den Erfolg ist die freudvolle Durchführung dieser Entlastungstage – bereiten Sie sich schmackhafte, bunte, aromatische Speisen zu und genießen Sie diese!

Für alle die den Frühling kaum abwarten können…

Unsere nächsten Kochkurse:
Detox-Küche – Reinigung für den Körper
18. März 2014 von 18:00 bis 21:00 Uhr
Frühjahrsputz für den Körper
9. April 2014 von 18:00 bis 21:00 Uhr

Veranstaltungen:
Kräuterwanderung: Endlich Frühling
– Kräuter für Leib und Seele mit
Dr. Susanne Stöckl-Gibs
Freitag, 25. April 2014

mehr Veranstaltungen und Kochkurse finden Sie unter:
http://www.essenz.at/home.html

 

 

Masala Chai – würzig und exotisch

Tee eines der weitverbreitetsten und alltäglichsten Getränke auf der Welt. Um kaum ein anderes Getränk wird jedoch so ein Kult betrieben wird. Mit verschiedensten Zutaten und Zubereitungsarten hat jedes Land seine ganz eigene Teekultur. So haben die Engländer  ihre berühmte „Teatime“, die Russen brühen Tee in riesigen Samowaren und Teesalons des nahen Ostens wird über Gott und die Welt diskutiert. In einigen Ländern gibt es für uns sehr ungewöhnliche Traditionen der Zubereitung so wird der „Suutei Tsai“ der Mongolei mit Hammelmilch und Salz und der „Phö Cha“ aus der Gegend des Himalayas wird mit Salz und Butter angereichert.

Tea with milkDie Ähnlichkeit der Bezeichnungen lässt auf eine gemeinsame Herkunft der verschiedensten aufgebrühten Getränke schließen. Cay (Türkei), Tsai (Mongolei), Cha (Tibet) ähneln dem indischen Wort Chai, da das Getränk auf dem Landweg von China aus über die Seidenstraße verbreitet wurde. Unser deutsches Wort Tee wurde allerdings von den Niederländern über den Seeweg transportiert und kommt aus dem Süden Chinas, wo die Bezeichnung „té“ oder „tu“ vorherrscht. Genau genommen ist, die Bezeichnung Chai Tee etwas unsinnig da Chai soviel wie Tee bedeutet und somit die Übersetzung Tee Tee lautet. Das indische Getränk wird daher auch oft als Masala Chai bezeichnet, was soviel wie Teemischung bzw. Gewürztee heißt.

Auch, wenn es Tee überall auf der Welt Tee gibt folgt der indische Chai ganz eigenen Regeln. Die Zutaten Zimt, Kardamom, Nelken, oft auch Ingwer und je nach Rezeptur schwarzer Tee machen den Körper des Heißgetränks aus und geben ihm seine charakteristisch würzige Note.

Zimt: Das Gewürz wird aus der Rinde des Zimtbaumes gewonnen und ist eine aromatische Heil – und Gewürzpflanze mit anregenden, antiseptischen und erfrischenden Eigenschaften. Der Geschmack ist fruchtig-scharf und adstringierend. Die Wirkung auf den Körper ist erwärmend, gleichzeitig entspannend und verdauungsfördernd. Zimt hat eine natürlich reinigende Wirkung und ist daher auch gut zur Entgiftung und zur Stärkung des Gewebes geeignet. Auch bei Erkältungen und Entzündungen kann Zimt Linderung bringen. Allerdings ist die Rinde ein intensiv schmeckendes Gewürz und sollte mit bedacht dosiert werden.

Kardamom: Kardamom ist eine Kapselfrucht deren Samen aromatisch und erfrischend – auch für den Atem – schmecken. Sie wirken anregend und entfachen das Verdauungs-feuer. Die Kardamom Kapsel gilt in Indien als Königin der Gewürze. Mit ihrer eukalyptusartigen Note mindert Kardamom die schleimbildende Wirkung der Milch und ist daher auch im Kaffee beliebt. Kardamom erfrischt den Geist und regt die Herztätigkeit an. Auch dieses Gewürz sollte man in seiner Intensität nicht unterschätzen und nur in kleinen Mengen einsetzen.

Nelken: Die getrockneten Blütenknospen haben eine fruchtig-pfeffrigen Geschmack. Sie wärmen von innen und ihr Öl wirkt antiseptisch und desinfizierend. Bei Husten, Erkältungen und Nebenhöhlenbeschwerden kann eine Inhalation mit Nelkenöl hilfreich sein und den Schleim lösen.

Ingwer: Die Ingwerwurzel hat einen fruchtig und so gleich scharfen Geschmack. Ingwer aktiviert die Wärmerezeptoren im Körper und ist so auch bei Erkältungen besonders wohltuend. Auch bei Schmerzen oder Übelkeit kann Ingwer hilfreich sein und wie viele andere Gewürze regt auch er die Verdauung an.

Spices

Weitere häufig verwendete Gewürze

Pfeffer: Die kleinen Pfefferkörner sind wahre Scharfmacher sie geben eine guten Geschmack und regen den Appetit an. Außerdem fördert Pfeffer auch die Bekömmlichkeit.

Anis: Verwendet werden die reifen, bei trockenem Wetter geernteten Samen. Die enthaltenen ätherischen Öle wirken appetitanregend, verdauungsfördernd und blähungshemmend. Sie helfen auch bei Halsweh und Bronchitis.

Süßholz: Die getrocknete Wurzel des Süßholzstrauches kann durch ihre schleimlösende Wirkung bei Husten und Halsweh helfen. Süßholz hat wie der Name schon sagt einen süßlichen Geschmack und eine lakritzartige Note.

Traditionell war das mit Gewürzen aufgekochte Wasser ein Heilmittel um Beschwerden bei Erkrankungen zu lindern und den Jahreszeitenwechsel zu erleichtern. Erst die Engländer begannen Schwarzen Tee in Nordostindien anzubauen und von da an wurde Chai zu einem alltagstauglichen Getränk. Besonders die aufputschende Wirkung des Schwarzen Tees wird geschätzt und für den Geschmack haben sich auch Milch und Zucker in viele Rezepturen geschlichen.

Die Gewürze des Chai spielen auch eine große Rolle in der uralten Heilkunst Ayurveda. Besonders Kardamom, Zimt, Nelken, Pfeffer und Ingwer haben eine reinigende Wirkung und unterstützen die Stoffwechselvorgänge und die Verdauung. Das Verdauungsfeuer (im Ayurveda: Agni) erhitzt von innen und löst sogenannte Schlacken (Ama) Außerdem schärft die Schärfe der Mischung den Verstand und verleiht neue Lebensgeister.

Zur Abrundung des Geschmacks wird Chai in Europa oft mit Rooibos statt schwarzem Tee aufgekocht und kann somit auch abends genossen werden. Wer allerdings Wert auf den Muntermacher legt bleibt bei der klassischen Variante.

In Indien ist Tee in jeder Lebenslage und an jedem Ort verfügbar. Es gibt die sogenannten Chaiwallahs die unter großem körperlichem Aufwand den Tee zubereiten. Jeder von ihnen hat sein eigenes Rezept. Zuerst werden die Gewürze in großen Trögen mit Schwarzem Tee und Wasser aufgekocht und dann wird der Sud mehrmals hin und her geschüttet. Schlussendlich wird der Chai mit Milch und Zucker verfeinert und in kleinen Bechern verkauft. An jedem Bahnhof, sogar in den Zügen, wird man mit dem heißen Getränk versorgt.

Der indische Chai, ein Tee mit langer Tradition hat sich nun auch bei uns in Europa etabliert. Bekannt als Chai, Chai Latte oder Yogi Tee ist er fast in jedem Tee- oder Kaffeehaus erhältlich. Auch in Supermärkten kann man den indischen Gewürztee in Päckchen oder auch in Pulverform, die häufig für Chai Latte verwendet wird, kaufen. Wer jedoch lieber seine ganz persönliche Mischung herstellen möchte muss nur  die gewünschten Gewürze wählen und kann mit ein bisschen Übung bald zu einem geübten Chaiwallah werden. Wer eine kleine Orientierungshilfe braucht kann es erst mal mit diesem Rezept probieren

Masala Chai

Zutaten für 8 Tassen

6 Tassen WasseriStock_000010916878_Small
4 Tassen Milch (auch Haferdrink, Sojadrink oder Reisdrink)
6  Kardamomkapseln
4 Nelken
1 EL Fenchelsamen
1 TL Anissamen
1 Zimtstange
1/2 TL frische, feingehackte Ingwerwurzel
Zucker nach Geschmack
4 EL Schwarz-Tee (z.B. Assam)

Zubereitung
Alle Zutaten bis auf den Tee in einem Topf zum Kochen bringen, umrühren und dann bei geringer Hitze im offenen Topf eine Minute köcheln lassen. Den Tee hineingeben und alles noch einmal aufkochen. Dann sofort auf kleinste Stufe stellen und 10 bis 15 Minuten ziehen lassen. Den Gewürztee anschließend durch ein Sieb direkt in die Tassen oder in eine Kanne gießen

Die Rezeptur des Chai Tees ist mindestens so vielseitig und verschieden, wie die Namen dieses Getränks. Gemeinsam haben sie alle die Schwarztee-Basis, Zucker und Milch. Aber selbst die Sorte des Schwarzen Tees ist recht unterschiedlich. Häufig wird Assam verwendet, es gibt aber auch Regionen, in denen gerne auf Gunpowder zurückgegriffen wird und bei uns wird häufig Rooibostee verwendet. Statt Zucker wird manchmal auch Sirup oder Honig eingesetzt. Bei der Milch können je nach Vorliebe Kuhmilch oder pflanzliche Alternativen wie Reis- oder Sojamilch verwendet werden.  Was die Menge betrifft, so wird in der Regel ein Viertel bis etwa die Hälfte des Wasseranteils, als Milch zugesetzt. Die Gewürze können nach Belieben gemischt werden.  Wichtig ist allerdings, dass die Gewürze den Geschmack und das Aroma des Basistees nie ganz überdecken.

Weitere Informationen

Mehr über die wärmende Wirkung von Gewürzen erhalten Sie im Kochkurs Warmes für kalte Tage – Gesund durch den Winter mit dem Wissen der TCM am 22. Jänner 2014 von 18:00 bis 21:00 Uhr

Mehr über das alte indische Heilwissen im Kochkurs Die 5 Elemente Küche Indiens – ayurvedisch kochen am 20. Feb. 2014 von 18:00 bis 21:00 Uhr